Saisoneröffnungstour 2013

Hallo und einen freundlichen Bikergruss an alle, die mehr über unsere
Saisoneröffnungstour wissen wollen.
Der Jürgen aus Wickede in Dortmund, nicht zu verwechseln mit dem
Jürgen aus Wickede irgendwo außerhalb von Dortmund hinter den
sieben Bergen, hat diesmal die Tour gemacht. Ganz analog, ohne
Elektronik-Geraffel, mit einer echten Karte in der Hand.
Verfranzt haben wir uns trotzdem nicht – na bitte, geht doch!
Los ging‘s am Möhnesee, bei Wolfs Revier. Die Stimmung heiter, das
Wetter eher grau in grau, doch es konnte gar nicht schief gehen.
Einige unserer netten Damen waren ja mit von der Partie, und wenn
Engel reisen…
Nachdem die Getränke intus waren, gab es kein Halten mehr. Hinter der
Möhne scharf rechts, vorbei an Hirschberg, weiter nach Warstein, ab
die Post nach Olsberg (im August ist dort eine lohnenswerte
Motorradmesse) und rauf Richtung Willingen. Den Bruchhauser Steinen
schenken wir nur einen kurzen Blick, die laufen uns nicht weg.
Mittlerweile haben wir etliche Höhenmeter gewonnen und die letzte
Nachhut des Winters verzaubert die Hänge. Eigentlich ist Schnee ja
schön, wenn‘s nur nicht so kalt da oben wäre. Doch wir halten durch
und werden belohnt: Die Sonne kommt heraus, jetzt macht das Fahren
richtig Laune. Jürgen hat sich eine wirklich schöne Streckenführung
Richtung Edersee überlegt. Das ist an sich schon ein lohnendes
Fahrtziel, es sei denn, man legt gesteigerten Wert auf
n a t u r t r ü b e n Apfelsaft.
Den gab es entgegen der vollmundigen Ankündigung auf der Karte in dem
ansonsten ganz nettem Bistro am Edersee nicht. Der Laden kriegt
dennoch nullkommafünf Sterne. Das liegt aber nur an Helmut. Der hatte
dem Kellner mit seiner unübertrefflichen „und ich krieg keinen
Keks?-Masche“ einen ganzen Teller voll Kekse aus der Tasche geleiert,
und das ohne Berechnung!
Er hat sie mit uns allen geteilt – so sind wir halt.
Weil wir nicht wegen Apfelsaft oder Keksen zum Edersee gefahren sind,
kamen wir voll auf unsere Kosten. Kurven satt! Wenig Schleicher. Keine
Polizei. Die ideale Mischung also.
Hinterm Edersee ist Jürgen dann zur Höchstform aufgelaufen: Es ist gar
nicht so einfach, um Kassel herumzukommen, ohne durch öde Innenstädte
fahren zu müssen. Durch Dagobertshausen wäre ich aber dennoch ganz
gern gefahren, soviel Spaß muss sein. Egal, Kassel ist im Westen, die
Sonne im Rücken, wir fahren in Richtung Witzenhausen – auch ganz
lustig. Weiter geht ‘s der Werra folgend in weit geschwungenen Bögen
nach Hannoversch-Münden. Total einfach, die Strecke, keine
Abbiegemöglichkeit, und doch schlägt der Schalk zu: Der größte Teil
der Truppe geht verloren. Jürgen ratlos, ich ratlos, Elke auch ratlos.
Drei Leute, das reicht für einen Verein. Den Club der ratlosen
Suchenden. Doch Fortuna meint es gut mit uns. Nach kurzer Zeit
unaufklärbarer Irrungen sind alle wieder glücklich vereint. Wir
beziehen Quartier im Jagdhaus Heede. Die Bude ist gar nicht so
schlecht, weitersagen!
Alle Zimmer haben einen Balkon. Auch die im Erdgeschoss. Tore und
seine bezaubernde Partnerin hatte so eins erwischt. Das war kein
Glück. Für eine romantische Balkonszene taugt Erdgeschoss nicht. Was
er wohl stattdessen angestellt hat?
Gut haben wir zu Abend gegessen, lustig zusammen gesessen und den
Abend ausklingen lassen. Warm war es bis in die Nacht, der Frühling
war eingekehrt. Als dessen Vorboten machten die Piepmätze Randale,
sonst war alles ruhig, gute Voraussetzungen für den nächsten Tag.
Der führte uns nach Norden, rechts der Weser nach Gewissenruh. Dort
mit der Fähre über die Weser Richtung Heimat – Nordrhein-Westfalen.
Ja, wir waren mal eben in drei Bundesländern. Jürgen trifft die volle
Verantwortung. Es werden Sonderwünsche angemeldet. Bad Karlshafen,
Sababurg, Desenberg. Hier darf man nichts falsch machen, will man
nicht zu sehr nach Norden abdriften. Denn dort sind die Straßen lang
und gerade. Wir wollen aber Kurven!
Jürgen macht alles richtig, wir umkurven den Desenberg in Sichtweite,
auf mein Faible für Fossilien kann er keine Rücksicht nehmen. Die
gibt’s da oben nämlich in Hülle und Fülle.
Als Zwischenetappe kommt uns die Wewelsburg in den Sinn, also hin.
Dort treffen wir eine andere Truppe aus Dortmund. Die kennen unsere
Biker-IG nicht! Kaum zu glauben. Offenbar kommen die aus einem Vorort
ohne Internetanschluss. Wir vergessen diese Gurkentruppe beim Anblick
der phantastischen Torten in dem vorzüglichen Lokal auf der
Wewelsburg. Ulrich hat natürlich wieder für einen Umsatzrekord
gesorgt. Das Beweisfoto habe ich unter Verschluss.
Den Pleite-Airport nahe der Wewelsburg würdigen wir keines Blickes,
wir haben selbst so einen.
Zurück geht es Richtung Möhnesee, frei nach Schnauze, dafür brauchen
wir keine Karte und kein Navi. Wir machen wieder halt bei Wolfs
Revier. Mächtig viel los dort. Die Möhnetalsperre wird hundert, das
ganze ist ein Riesenzirkus. Da kann man schon mal im Eifer des
Gefechts auf einem kombinierten Geh- und Radweg parken und 20 €
loswerden. Ich nenne das Sondersteuer Lebensfreude, lieber Dirk, mach
Dir nichts draus!
Wolfs Revier war der Anfang und das Ende der Tour, hier verlieren sich
die Spuren der meisten von uns. Helmut hat als kleine Dreingabe noch
eine Rundtour um Unna angeführt, dort kennt er bekanntlich jedes
Schlagloch mit Vornamen. - Georg -