Also gut liebe Leute, wir müssen jetzt ganz stark sein. Hier die extrem gekürzte Fassung eines Tourteilnehmers.

Herrentour, die 2.

Nachdem letztes Jahr die erste Männertour ein voller Erfolg war, stand bereits frühzeitig fest, dieses Jahr die 2. folgen zu lassen. Die Planung wurde von Jürgen vorangetrieben, als Tourguide konnte er Dirk gewinnen. Stattfinden sollte die 2.Männertour vom 02. – 05.06.2011, das Ziel war Prüm in der Eifel (Dreiländereck Deutschland, Belgien, Luxemburg).

 Endlich zeigte der Kalender den 02.06.2011, heute ging es los. Ausgiebiges Motorradfahren ohne die lästigen „Pinkelpausen“ wenn die „gemischte“ Truppe ansonsten unterwegs war. Bereits um 9 Uhr war für den Start der Tour der Treffpunkt „Schweitzer Wäldchen“ vereinbart. Dass alle pünktlich vor Ort waren und alle Maschinen vollgetankt waren, war bei dieser Tour selbstverständlich. Wir haben uns noch kurz über die riesigen Vorteile einer reinen Männertour verständigt und dann ging es bereits um 9.20 Uhr los. Die ersten Kilometer ging es über die Autobahn (wir mussten ja schließlich prüfen ob die in den Papieren angegebene Höchstgeschwindigkeit stimmt) bis zur Ausfahrt Lüdenscheid. Nun folgten die geliebten Landstraßenkilometer, wobei die Straßenbreite mal mehr oder weniger breit war (hier konnten wir die Schräglagen testen). Der erste Stop führte uns dann zum Flugplatz  „Bergneustadt an der Dümpel“, dort wartete bereits der heiße Pott Kaffee. Weiter ging es über Husten, Brüchermühle, Waldbröl, Rosbach, Weyerbusch, Flammersfeld nach Neustadt (Wied). Dort stärkten wir uns mit einem kalorienreduzierten Mittagessen. Wir konnten uns ja diesmal gesund ernähren und mussten nicht wie sonst auf andere Rücksicht nehmen. Nachdem die Ortschaften Rossbach, Melsbach, Neuwied, Bendorf passiert waren, überquerten wir mittels Autobahn (A48) den Rhein. Auf der Autobahn mussten wir den Parkplatz Goloring anfahren, da bei einer Maschine der KM-Stand der kleinen Inspektion erreicht war. Da wir diese Intervalle immer korrekt einhalten, führten wir die Inspektionsdurchsicht umgehend durch. Nach einem letzten kritischen Blick auf den Vergaser ging es über Ochtendung, Hausen, Darscheid, Daun, nach Wallenborn. Dort erlebten wir den Ausbruch einer Naturkatastrophe (der Brubbel war wieder aktiv). Nachdem wir mit viel Glück unbeschadet davon kamen, erreichten wir über Gerolstein unsere Unterkunft in Prüm „Zum goldenen Stern“. Dort stiegen bereits früher die Kaiser ab, also genau richtig für unseren Anspruch. Schnell wurden die Zimmer bezogen und nach einem ergiebigen Duschbad (natürlich mit entsprechenden Lotion und Feuchtigkeitscreme) trafen wir uns im benachbarten Restaurant. Dort mussten wir voller Schrecken feststellen, das Mineralwasser aus war (die Lieferung war ausgefallen) und wir notgedrungen auf Gerstensaft umsteigen mussten. Der Abend endete kurz nach 20 Uhr und mit viel Vorfreude auf den 2. Tourtag fielen wir glücklich in unsere Betten.

Am 2. Tag konnten wir am Frühstückstisch einer Modenschau beiwohnen. Es wurde die neue Radbekleidung der Männer vorgestellt und wir fragten uns wann diese doch besonders netten Sachen (im wesentlichen der körperbetonte Schnitt) in der Motorradbekleidung berücksichtigt werden. Aber dann schnell wieder auf die Maschinen und los ging es über Daleiden und Dasburg nach Luxemburg. In Marnach tankten wir und wunderten uns über die günstige Rechnung (warum da so günstig und nicht  bei uns auch). Weiter ging es dann über Heinerscheid zur belgischen Grenze nach Ouren. Ein kurzer Abstecher nach Deutschland (Lützkampen) folgte, bevor wir wieder die belgische Grenze passierten. Nach Weveler und Lommersweiler kam der 2. Abstecher nach Deutschland (Winterscheid). Dann ging es aber wieder nach Belgien, über Heppenbach, Waimes nach Malmedy. Aber was für ein Schreck, wir waren nur noch zu dritt, wo waren die anderen? Aber bei der Herrentour sind wir natürlich so routiniert, wir fahren weiter bis die Straße endet (in diesem Fall war es ein Kreisverkehr), warten dann  dort in aller Ruhe bis wir wieder abgeholt werden. So war es auch in diesem Fall, unser Retter war diesmal Helmut (eigentlich fast immer). Dann aber weiter, wir wollten ja die berühmten belgischen Pommes Frites im Hohen Venn kosten. Das Ziel erreichten wir dann über Warche und Mont. Nach einer kurzen Diskussion, ob die Kartoffeln auch biologisch angebaut werden, haben wir uns die Mahlzeit munden lassen. Aber wir wollten ja hauptsächlich fahren, also ging es weiter. Bereits kurz drauf in Eupen mussten wir feststellen, dass Martin fehlte. Was war da los, wir waren nicht abgebogen oder so was, also zurück und was war, Martin hatte den Test durchgeführt, wie viel Luftdruck braucht ein Reifen. Als Testgehilfe diente ein kleiner abgebrochener Metallbohrer. Um es kurz zu sagen, der Test endete negativ. Aber für solche Fälle sind wir natürlich gerüstet, mit viel Sachverstand und ausreichenden Reparaturteile machten wir uns ans Werk. Die ganze Sache wurde dann auch entsprechend fotografisch dokumentiert und mit „dummen“ Sprüchen begleitet. Da es bereits Freitagnachmittag war, schwärmten wir nach der Reparatur aus. Einige von uns wollten entsprechende Reifenhändler ausfindig machen, andere wollten Martin zu einer Tankstelle begleiten (dort musste ein Luftaustausch vorgenommen werden). Nachdem keine geeigneten Reifenhändler zu finden waren, entschieden wir uns den Versuch zu wagen, nach dem erfolgreichen Luftaustausch, zur Rückkehr ins Hotel. Der Weg führte uns von Eupen über die belgisch  / deutsche Grenze nach Mützenich und weiter über einen nochmaligen belgischen Abstecher (Rocherath) wieder zurück nach Prüm. Der Reifen hielt dem Druck stand und so waren wir guter Hoffnung für die weiteren Tage. Nach einer Pflegedusche trafen wir uns dann wie am Vortag zum Abendessen. Leider gab es immer noch kein Mineralwasser, so mussten wir wieder auf Gerstensaft ausweichen. Glücklich und zufrieden fielen wir kurz nach 20 Uhr wieder in unsere Betten.

Der 3. Tag begann zuerst recht positiv, doch bereist nach wenigen hundert Meter war Martin wieder verloren gegangen. Der anfangs doch so pralle Reifen hatte wieder Luft verloren. Nach kurzer Diskussion entschied sich Martin an diesem Tag erstmal die Sache fachmännisch reparieren zu lassen und wollte später wieder zu uns stoßen. Unsere Fahrt ging über Salm, Grosslittgen, Wittlich, Kröv zur Mosel. Nach einem Abstecher auf die Südseite der Mosel (bis nach Kleinich) kamen wir über Traben-Trarbach zum Campingplatz Kröver Berg wo wir unser Mittagsmahl einnahmen. Dann ging es über Bad Bertrich, Ulmen nach Manderscheid. Dort erhielten wir einen Anruf von Martin. Nach erfolglosen Versuchen den Reifen reparieren zu lassen bzw. einen entsprechenden neuen Reifen zu bekommen, hatte er sich zur Rückkehr nach Dortmund entschieden und war bereits gesund und munter zu Hause angekommen (unterwegs wollte er die Möglichkeit nutzen an jeder Tankstelle ggf. den Reifendruck aufzufrischen, war aber nicht nötig gewesen, Dank der Technik der GS hatte er immer alles bestens im Griff gehabt (Reifenluftdruckanzeige)). Wir machten uns nun auf die letzten Kilometer zum Hotel, die Strecke ging dann über Bettenfeld, Mürlenbach, Schönecken nach Prüm. Nach der Pflegedusche trafen wir uns wie an den Vortagen zum Abendessen. Das Problem mit dem Mineralwasser kannten wir ja nun schon. Die meisten wählten den Gulasch mit Spätzle, dies wurde bis zum Abwinken nachgereicht. Als Helmut die Bedienung auf die leeren Schüssel aufmerksam machen wollte, bekam er von der Gulaschfraktion Redeverbot. Ulrich nutzte die Homepage um sich ein Gericht auszusuchen was aktuell gar nicht auf der Speisekarte stand. Umso besser mundete dann das Gericht. Kurz nach 20 Uhr hieß es aber Abschied nehmen und wir machten uns zur letzten Nacht auf in unsere Betten.

Am Abreisetag waren schwere Unwetter in der ganzen Region bis weit hinter Dortmund angesagt, daher entschlossen wir uns den schnellsten Weg einzuschlagen. Nach Begleichung der Rechnung und satteln der Motorräder kam zuerst der Abschied von Helmut. Er hatte noch eine Anschlusstour gebucht und wollte gen Osten. Zu erwähnen ist noch, dass wir täglich  umfangreiche Stadtrundgänge in Prüm durchgeführt haben, die pro Tag immer 50 Meter betrugen. Somit ist uns nun Prüm bestens bekannt. Aber dann ging es los, der Rückreiseweg ging über Kyllburg, Binsfeld bis kurz nach Klausen. Dort meinte doch tatsächlich eine Maschine ohne entsprechenden Sprit so langsam die Arbeit aufgeben zu wollen. Aber nach einem Abstecher nach Hetzerath konnten wir auch diese Maschine zu einem Umdenken bewegen (Bestechung durch Tankfüllung).Ab hier fuhren wir mit Gottes Segen (auch nicht alltäglich: ein braungebrannter Pfarrer in einem Sportwagen der uns dies mit auf den Weg gab). Nun aber weiter, wer weiß wann das Unwetter kommt, daher ging es nun bei Niederemmel über die Mosel und weiter über Morbach, Kirchberg, Rheinböllen zur Rheinfähre Kaub-Engelsburg. Nach der Überfahrt landeten wir an einem gemütlichen Biker-Imbiß wo wir uns stärken konnten. Im Anschluß daran wollte Rico noch neue Strecken erkunden und verabschiedet sich vom Rest der Truppe. Die weitere Rückfahrt ging dann über Weisel, Sankt Goarshausen, Gelbachtal, Westerburg, Burbach, Eisern zur A45. Im Gelbachtal erwischte uns doch noch eine kleine Schauer. Wenn Dirk dort auf das Anziehen der Regenkleidung verzichtet hätte, wäre uns auch das erspart geblieben. Aber ihm ging es ja mehr um die Raucherpause. Andererseits war das auch eine willkommende Erfrischung. Am Autobahnkreuz Olpe-Süd verließen wir die A45 (der Stau war doch zu stark) und fuhren den Rest der Strecke über Altenkleusheim, Sondern, Attendorn, Plettenberg, Affeln, Balve, Menden, Unna nach Dortmund zurück (Ankunft gegen 19.30 Uhr). Dabei wurde noch getestet wie genau ist die Resttankanzeige der GS, dieser Test entpuppte sich als positiv (wobei starke Nerven erforderlich waren).

Nach insgesamt über 1.300 Km (1.Tag 342 Km / 2.Tag 260 Km / 3.Tag 262 Km / 4.Tag 453 Km) endete die 2.Herrentour. Nun müssen wir bis nächstes Jahr warten um wieder eine schöne Tour durchführen zu können. Bis dahin müssen wir mit den „gemischten“ Touren vorlieb nehmen und die Nachteile akzeptieren (viele Pausen, wenige Kilometer, spät ins Bett, kein Mineralwasser, usw.). Dies schaffen wir aber in Vorfreude auf die 3. Herrentour.

Naja, alles darf man halt nicht so für voll nehmen!   

 

                                                                                               - Ulrich -